„Von nichts kommt nichts“: Bundesminister Thorsten Frei beim 45. Innovationsforum der Anton Häring KG

Beim 45. Innovationsforum der Anton Häring KG in Bubsheim sprach Bundesminister Thorsten Frei über Wettbewerbsfähigkeit, Reformgeschwindigkeit und die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

Rund 400 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft folgten der Einladung der Anton Häring KG ins Betriebsrestaurant ANTONIS in Bubsheim. Den inhaltlichen Auftakt des Abends gestaltete Miriam Häring, Geschäftsleiterin der Anton Häring KG. Sie spannte den Bogen von den aktuellen Herausforderungen hin zur eigenen Familiengeschichte und erinnerte an ihre Großmutter, die trotz schwieriger Voraussetzungen, Kriegserfahrungen und Wiederaufbau den Mut hatte, ihren eigenen Weg zu gehen. Diese Haltung fasste Häring in einem Satz zusammen, der zum Leitmotiv des Abends wurde: „Von nichts kommt nichts.“

„Die Hoffnung auf etwas Besseres ist immer der Antrieb“, so Häring. Fortschritt und Wohlstand seien nie selbstverständlich, sondern müssten immer wieder neu geschaffen werden – durch Mut, Unternehmertum, Fleiß und Erfindergeist.

Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen zeigte sie sich zuversichtlich, dass entscheidende Themen wie Wettbewerbsfähigkeit, Bürokratieabbau und wirtschaftliche Rahmenbedingungen wieder stärker in den Mittelpunkt rücken: „Vielleicht erleben wir gerade einen Moment, in dem wieder mehr Bewegung entsteht. Umso wichtiger ist jetzt, dass aus Reformwillen auch Reformgeschwindigkeit wird.“ Denn Zeit entscheide über Wettbewerbsfähigkeit – in Unternehmen genauso wie in der Politik.

Bundesminister Thorsten Frei griff diesen Gedanken zu Beginn seines Vortrags auf: „Der Satz ‚von nichts kommt nichts‘ galt früher, er gilt heute und er wird auch morgen gelten.“ Entscheidend sei, den Anspruch zu behalten, jeden Tag besser werden zu wollen. Herausforderungen und Wandel seien dabei kein neues Phänomen, sondern seit jeher Teil wirtschaftlicher Entwicklung.

Besonders würdigte Frei die Entwicklung der Anton Häring KG vom regionalen Familienunternehmen hin zu einem weltweit tätigen Technologieunternehmen. Das Unternehmen sei ein Beispiel dafür, welche Stärke und Innovationskraft gerade im ländlichen Raum entstehen könne: „Hier auf dem Heuberg wurde Innovation aus der Not und Armut heraus geboren. 

Gleichzeitig richtete Frei den Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. In den vergangenen Jahren habe der Standort im internationalen Vergleich an Stärke verloren. „Wir haben uns zu lange in unserer Stärke gesonnt. Aber wer stehenbleibt, der wird zurückgetrieben. Wir sind heute nicht mehr um so viel besser, wie wir teurer sind.“

Um Deutschland wieder nach vorne zu bringen, brauche es aus Sicht des Bundesministers vor allem mehr Geschwindigkeit, weniger Bürokratie und mehr Vertrauen in Unternehmen. Ein Beispiel dafür seien die rund 25.000 bestehenden Berichtspflichten allein auf Bundesebene. Ziel müsse es sein, Regelungen konsequent zu hinterfragen und Unternehmen wieder mehr Freiraum für Innovation und Wachstum zu ermöglichen. Auch beim Ausbau der Infrastruktur und der Umsetzung wichtiger Zukunftsprojekte brauche es mehr Tempo und verlässliche Rahmenbedingungen. Entscheidend sei nicht allein, Ziele zu formulieren, sondern diese auch umzusetzen: „Entscheidend ist, was hinten rauskommt. 

Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit Thorsten Frei. In der Diskussion standen notwendige Reformen, die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland und die Frage im Mittelpunkt, wie Innovation und Wettbewerbsfähigkeit langfristig gesichert werden können.

Das 45. Innovationsforum endete mit einer Botschaft, die Wirtschaft und Politik gleichermaßen verbindet: Zukunft entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, Veränderungen gestalten und bereit sind anzupacken – ganz nach dem Leitsatz, den Miriam Häring an diesem Abend in den Mittelpunkt stellte: „Von nichts kommt nichts.“

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