Zu den weiteren Gästen zählten der Landtagsabgeordnete Jens Metzger, Landrat Stefan Bär sowie die Bürgermeister André Kielack (Gosheim) und Gerhard Reichegger (Wehingen). Die beteiligten Bildungspartner waren durch Philipp Lehmann, Schulleiter des Gymnasiums Gosheim-Wehingen, Volker Jauch, Schulleiter der Erwin-Teufel-Schule Spaichingen, und Philipp Hilsenbek, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, vertreten. Seitens der Anton Häring KG begleiteten Geschäftsleiterin Miriam Häring und der technisch-gewerbliche Ausbildungsleiter Markus Schreijäg den Besuch.
AbiturPlus ist ein gemeinsames Bildungsmodell des Gymnasiums Gosheim-Wehingen, der Anton Häring KG, der Erwin-Teufel-Schule Spaichingen und der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg. Schülerinnen und Schüler können im vierjährigen Programm von Klasse 8 bis Klasse 11 parallel zum regulären Unterricht einen IHK-Abschluss als Zerspanungsmechanikerin beziehungsweise Zerspanungsmechaniker erwerben. Mit zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist rund ein Viertel der Klassenstufe in den ersten AbiturPlus-Jahrgang gestartet. Ziel ist es zugleich, junge Menschen frühzeitig für technische Themen und MINT-Berufsfelder zu begeistern und ihnen konkrete Einblicke in die industrielle Praxis zu ermöglichen. Sie erleben, wie schulisches Wissen praktisch angewendet wird, gewinnen frühzeitig Orientierung für ihre spätere Berufswahl und entwickeln dabei fachliche wie persönliche Kompetenzen weiter. Der fachbezogene Unterricht findet am Gymnasium Gosheim-Wehingen statt und wird von Lehrkräften der Erwin-Teufel-Schule Spaichingen durchgeführt, während die praktische Ausbildung bei der Anton Häring KG erfolgt. Die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg übernimmt unter anderem die Prüfungsabnahme und begleitet die Qualitätssicherung des Modells.
Eine Besonderheit des Heuberger Modells ist, dass das Bildungsmodell erstmals so ausgestaltet wurde, dass es an einer staatlichen Schule umgesetzt werden kann. Dafür wurde das Konzept entsprechend weiterentwickelt und bis auf Ebene des Regierungspräsidiums abgestimmt.
Zu Beginn des Besuchs stellte Miriam Häring, Geschäftsleiterin der Anton Häring KG, das Bildungsmodell vor. Anschließend gaben die beteiligten Projektpartner Einblicke in ihre Zusammenarbeit und berichteten über die bisherigen Erfahrungen bei der Umsetzung von AbiturPlus. Im gemeinsamen Austausch ging es insbesondere darum, wie schulische Bildung, technische Qualifizierung und betriebliche Praxis sinnvoll miteinander verzahnt werden können.
Ein besonderer Schwerpunkt des Besuchs lag auf dem persönlichen Austausch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern von AbiturPlus. Bei einem Rundgang durch die Anton-Häring-Akademie für Aus- und Weiterbildung erhielt Kultusminister Andreas Jung Einblicke in die praktische Ausbildung. Die Jugendlichen berichteten von ihren bisherigen Erfahrungen im Programm, ihren Praxistagen und ihren persönlichen Erwartungen. Kultusminister Andreas Jung zeigte sich beeindruckt: „AbiturPlus ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie schulische Bildung und berufliche Praxis sinnvoll miteinander verbunden werden können. Besonders gefreut hat mich der direkte Austausch mit den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Ihr Engagement zeigt, welche Chancen entstehen, wenn Schule und Wirtschaft gemeinsam neue Wege gehen.“
„Dass ein solches Modell hier auf dem Heuberg entstanden ist, zeigt, wie viel möglich wird, wenn starke Partner vor Ort Verantwortung übernehmen. Mir war es deshalb ein Anliegen, Kultusminister Andreas Jung AbiturPlus persönlich zu zeigen und ihm den direkten Austausch mit den Jugendlichen und den beteiligten Partnern zu ermöglichen. Besonders freue ich mich, dass einer seiner ersten Besuche in unsere Region nach Bubsheim geführt hat“, sagt Landtagsabgeordneter Guido Wolf.
Das Programm sieht neben dem regulären Schulunterricht einen zusätzlichen Nachmittag pro Woche für technischen Fachunterricht sowie mindestens 30 flexibel planbare Praxistage pro Jahr bei der Anton Häring KG vor. In Klasse 11 legen die Teilnehmenden die IHK-Prüfungen ab.
„AbiturPlus lebt von der engen Zusammenarbeit aller beteiligten Partner und vor allem von den jungen Menschen, die bereit sind, diesen zusätzlichen Weg mit viel Engagement zu gehen. Umso mehr freut es uns, dass sich Kultusminister Andreas Jung persönlich ein Bild vom Programm gemacht und sich so intensiv mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausgetauscht hat“, sagt Miriam Häring, Geschäftsleiterin der Anton Häring KG.
Der Besuch bot den Projektpartnern zugleich Gelegenheit, ihre bisherigen Erfahrungen mit AbiturPlus vorzustellen und sich über die Verbindung von schulischer und beruflicher Bildung auszutauschen. Im Mittelpunkt stand dabei auch die Frage, wie junge Menschen frühzeitig für Technik und MINT-Berufsfelder begeistert und beim Übergang von der Schule in die Berufswelt unterstützt werden können.